Einstieg in Eclipse 3.4 – Scrapbook Pages
Wer mit der Eclipse IDE noch nicht vertraut ist und gerade Eclipse zum ersten mal startet für den bietet das freie Probekapitel “Arbeiten mit Eclipse” aus dem Buch “Einstieg in Eclipse 3.4” genau das Richtige: Es macht einem mit der Umgebung bekannt.
Das Kapitel ist über 60 Seiten lang und behandelt die Themen “Perspektiven, Sichten, Editoren”, “Java Programme eingeben und bearbeiten”, “Suchen, Ersetzen und Refactoring”.
Alles drei sind Themen die man ständig während der Entwicklung benötigt. Vor allem zwischen den Perspektiven und Editoren springt man oft hin und her aber auch das Refactoring ist in Eclipse sehr ausgereift.
Scrapbook Pages
Ich weise auf dieses Probekapitel vor allem deswegen hin, weil es mir beim Durchblättern tatsächlich auch etwas Neues gebracht hat: die Scrapbook Pages (Seite 94). Bisher kannte ich die Möglichkeit der “Scrapbook Pages” in Eclipse nicht.
Der Autor Thomas Künneth beschreibt die Scrapbook Pages wie folgt:
Mit dessen Hilfe können Sie Java-Anweisungen eingeben und sofort ausführen. Ihnen steht hierbei sogar der Debugger zur Verfügung. Sie können beispielsweise problemlos Variablen inspizieren.
Es besteht also die Möglichkeit Java Code “eben mal schnell” zu testen, sogar zu debuggen.
Eine solche Scrapbook Page erstellt man durch das Hauptmenü: “File->New->Other…->Java->Java Run/Debug->Scrapbook Page”
Anschließend muss man noch ein Verzeichnis in der die Scrapbook Page Datei abgelegt werden soll selektieren und einen Namen vergeben. Die Endung einer solchen Scrapbook Page Datei ist .jpage und wird automatisch angehängt.
Auf der Scrapbook Page kann man beliebige Java Ausdrücke platzieren und hat die Möglichkeit diese zu prüfen (inspect), anzuzeigen (display) oder auszuführen (execute). Eine solche Aktion führt man aus indem man den entsprechenden Ausdruck selektiert und aus dem Kontextmenü die Aktion wählt:
Wählt man die Möglichkeit “display” so wird der Ausdruck ausgewertet und das Ergebnis direkt in das Scrapbook geschrieben. Für das Random Beispiel sieht es wie folgt aus:
Möchte man mehr Details wie in einem Debug Zustand zu einem Objekt erfahren bietet sich das Kommando “inspect” an. Man bekommt alle für diese Objekt zum Zeitpunkt der Instanziierung zugänglichen Attribute zu sehen:
Das letzte Kommando ist “execute“. Mit diesem ist es möglich einen Ausdruck oder ganze Blöcke auszuführen und das Ergebnis zu sehen. Damit kann man z.B. Schleifen oder Abfragen schnell testen. Das Ergebnis wird in der Console ausgegeben:
Java Klassen in einer Scrapbook Page müssen allerdings voll qualifiziert angegeben werden. So reicht es nicht einfach nur aus “new Random()” zu schreiben sondern man muss vollen Packagepfad mit angeben: “new java.util.Random()“. Weil aber das Scrapbook Page Editor Auto Completion unterstützt sollte das weniger ein Problem sein:
Hat man eine bestimmte Umgebung in der man immer wieder mit dieser Scrapbook Page arbeitet bietet es sich an die Imports generell zu konfigurieren. Die Imports kann durch das Kontextmenü auf den Editor unter “Set Imports” konfigurieren. Es erscheint ein Dialog indem man einzelne Klassen aber auch ganze Packages angeben kann:
Somit erspart man sich die voll qualifizierten langen Klassennamen.
Als kleinen Nachteil könnte man das zwingende Erstellen solcher Scrapbook Pages Dateien notieren. Es muss eine solche Datei im Projekt erstellt werden damit man Java Code Schnipsel in dieser Umgebung ausführen kann. Der Vorteil der sich aber daraus ergibt ist, dass dadurch auch alle für dieses Projekt im Classpath verfügbaren Bibliotheken verfügbar sind.
Insgesamt sind Scrapbook Pages wohl ein bisher sehr unbekanntes aber durchaus nützliches Feature.
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Kommentare
mmhh.. also ich kann im Moment noch nicht sagen, dass ich das Scrapbook wirklich eingesetzt habe – habe es ja quasi eben erst entdeckt. Aber ich denke es gibt schon konkrete Einsatzgebiet: zum Beispiel für das Ausklügeln von Regular Expressions oder dem Parsen von Strings.
Die wenigsten schreiben komplexere Ausdrücke direkt herunter, so dass sie am Ende auch direkt funktionieren. Und bisher gab es immer drei Möglichkeiten sie auszuprobieren und anschließend zu verändern: in der Anwendung selbst, in einem Unit Test oder in einer eigenen Main Methode. Jetzt kommt eine nette Methode hinzu, wie ich finde. Man kann die Ausdrücke und seine Code Schnipsel einfach in einer Scrapbook Page herunter schreiben, direkt frei kommentieren und abspeichern, falls man sie später nochmal benötigt.
Ob sich allerdings das Scrapbook bei mir selbst durchsetzen wird muss sich auch erst noch zeigen – da gebe ich dir recht.















warum hilfreich? nenne einen konkreten einsatzzweck! ich kenne scrapbooks, der richtige sinn hat sich mir noch nicht erschlossen. vor allem arbeitet das classloading im scrapbook anders, ich hatte schon fälle, in denen der code im scrapbook einwandfrei ging, aber nicht in der tatsächlichen anwendung. da schreib ich doch lieber grad ne main-methode.